Unser 1. Besuch bei der Darstellung in Zonnebeke vom 13.-15.07.2007

Am 13.07.07 besuchte eine aus 6 Mitgliedern bestehende Abordnung des Vereines die alljährliche Darstellung zum ersten Weltkrieg in Zonnebeke, vor den Toren Yperns auf der blutgetränkten Erde Flanderns. Nachdem bereits in den Vorjahren einige Mitglieder als Einzeldarsteller dorthin gefahren sind, konnten nun aus nahezu den ganzen Teilen des Reichs (Hamburg, Rheinland, Thüringen, Sachsen) erstmals eine größere Gruppe in voller Montur an der Darstellung teilnehmen. Mit unseren perfekten feldgrauen Uniformen und den Ausrüstungsstücken des ersten Weltkrieges haben wir eindrucksvoll bewiesen, daß auch in diesem Bereich der Verein Historische Uniformen des Deutschen Kaiserreiches 1871 – 1918 e. V. eine gewichtige Rolle spielt. Neben uns waren auf Deutscher Seite die Darstellungsgruppe Süddeutsches Militär, die Alte Armee und die Gruppe K14, nebst einiger Einzeldarsteller, die teilweise aus England, Amerika, Holland Belgien und anderswo herkamen, vertreten. Auf alliierter Seite waren die Armeen der Franzosen, Briten, Australier, Belgier, Russen und sogar Rumänen vertreten. Insgesamt 200 Darsteller, wovon die Hälfte Deutsches Militär darstellte, waren beteiligt.

Nachdem der Feitag zur Anreise und Begrüßung der Kameraden des Vereines und inzwischen liebgewordenen Kameraden der anderen Darstellungsgruppen, nebst Kennenlernen der doch für uns meist unbekannten Gruppen alliierter Darsteller verging, wurde der Samstagmorgen zunächst wie es sich gehört mit Exerzieren verbracht. Anschließend wurde ein Gedenkmarsch durch das Dorf durchgeführt, an dem alle teilnehmenden Gruppen beteiligt waren. Den Rest des Tages verbrachte man mit der Darstellung des Lagerlebens und des Ausharrens in den Grabenstellungen als „lebendiges Museum“. Hinter dem sehr eindrucksvollen Museum hatten die Veranstalter eine kleine Grabenlandschaft aufgebaut, die von den Alliierten und Deutschen besetzt wurde. Nach dem die Gruppe des VHU in den Deutschen Graben gerückt war, zeigte sich schnell, daß wir nicht hierher gekommen waren, um untätig im Graben zu verweilen. Ein unvorsichtigerweise im Niemandsland herumlaufender Franzose wurde flücks gefangegenommen. Nachdem man den ausgelaugten Krieger mit etwas Wein wieder aufgepeppelt hatte und er dies wohlwolllend über den Grabenrand hinweg bekannt gab, ergaben sich uns noch weitere zwei Franzosen und sogar ein rumänischer Offizier. Den Rest der Alliierten Grabenbesatzung überwältigten wir dann im Handstreich. Hätte der alte Hindenburg das nur gewußt, daß man mit Wein und nicht mit Granaten den Krieg gewinnt, es wäre sicherlich alles anders gekommen. Abends gab es dann noch eine herrliche Truppenbelustigung mit einer kleinen Showeinlage der Gruppen K14 und Alte Armee.

Am Sonntagmorgen wurde ein Gedenkgottesdienst vor dem Museum abgehalten, danach waren wieder Exerzieren und das Besetzen des Grabens an der Reihe. Gegen Nachmittag löste sich dann die als sehr gelungen zu bezeichnendeVeranstaltung langsam auf und die Westgruppe des VHU nutzte die günstige Gelegenheit, um vor der Abfahrt noch schnell das wunderschöne Städchen Ypern zu besuchen. Diese von den Deutschen, die die Stadt selber nie erreicht haben, komplett zerstörte Stadt, wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wieder im alten Stile aufgebaut und ist nun wieder eine Perle Flanderns. Eindrucksvoll ist auch das Menin-Gate (Menenpoort), wo über 50.000 Gefallene Angehörige des british Empire, von denen man im Graben- und Schlammgewirr nichts mehr gefunden hatte, vermerkt sind. Hier wird seit 1928 allabendlich um 20.00 Uhr zu Ehren der Gefallenen ein Trompetensignal gespielt. Verständlicherweise sind Deutsche Uniformen im Stadtgebiet daher auch unerwünscht. Es sei denn, man ist ein „großer Feldherr“ und kommt 22 Jahre nach dem ersten Weltkrieg auf Sightseeing-Tour an seine alten Wirkungsstätten, damals noch als böhmischer Gefreiter, vorbei. Dann darf man natürlich auch feldgrau tragen….

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