Zonebeke 2013

Im Schloß dieser belgischen Gemeindebefindet sich das Memorial Museum Passchendaele 1917.
Vom 12.-14.07.2013 fanden sich hier nach längerer Pause wieder Geschichtsbegeisterte aus Belgien und den umliegenden Nachbarländern ein um den Park des Schlosses zu beleben.
Es wurden hierbei Militärs und auch Zivilisten aus Weltkriegszeiten folgender Nationen dargestellt
Belgien, Großbritannien, Australien, Frankreich, Rußland, Niederlande, Deutschland und Vereinigte Staaten von Amerika.
Neben der sehr interessanten 1.WK-Ausstellung verfügt das Museum neuerdings im Außenbereich über die Installation eines kleinen Grabensystems; inkl. Unterständen, Bunkern, Schießscharten, Laufgräben,.... das bis zur nächsten Veranstaltung auch noch verdoppelt werden soll.

Der Freitag gehörte dem Aufbau der einzelnen Zeltlager und der geselligen Kameradschaft. Neben dem Besuch des Museums bestand an dem Wochenende für die Teilnehmer die Möglichkeit abwechselnd das Grabensystem zu besetzen.
Der vom Verfasser erstmalig so erlebten Atmosphäre eines Grabens wurde natürlich durch den regen Besucherstrom durch Gräben und Niemandsland etwas Abbruch getan. Aber gerade der Besuch von Touristen und auch englischen Schulklassen zeigt natürlich ein begrüßenswertes Interesse an Geschichte dem wir ja alle irgendwie verfallen sind.

Die Zeit zwischen den Aktivitäten war je nach Gruppe mit Exerzieren und sonstigen Übungen sowie dem Beleben der Biwaks gefüllt.
Detailverliebte Dioramen wie ein französisches Feldlazarett, eine niederländische Feldschusterei oder eine deutsche MG-Stellung zogen die Besucher an und regten zu vielen interessanten Gesprächen an.
Am frühen Samstagabend war dann nochmals die Möglichkeit gegeben den Graben zu besetzen und ohne Besucher zu erleben.
Bis auf eingeteilte Wachen zogen die Mannschaften in die Unterstände.
Da im Falle vom Infanterieregiment 28 der gegenüberliegende Graben feindbesetzt war, wurde zwecks Informationsgewinnung ein junger schottischer Gefangener eingebracht und durch verstärkte Druckmittel, wie Schokolade, zum Reden und zum Skizzieren der gegnerischen Stellungen gebracht.
Ein daraufhin angesetzter Stosstrupp wurde allerdings trotz eingesetzter Dunkelheit und völliger Geräuschlosigkeit vorzeitig entdeckt und mußte zurückgezogen werden.
Im Zeltlager stand dann wieder die Kameradschaftspflege und Internationale Verständigung auf dem Plan.

Für das IR 28 begann der Tag mit dem üblichen Wecken um 06:00 Uhr.
Nach Waschen, Frühstück und leichten Übungen traten wir feldmarschmäßig an und folgten einer englischen Marschgruppe nach Tyne Cot.
Dies ist mit ca. 12000 Gefallenen der größte  Soldatenfriedhof des ehem. britischen Empire.
Nach einer gemeinsamen Ehrung der Toten traten wir den Rückmarsch zum Biwakplatz an. Der Rückweg wurde für die meist im Landsturm-Alter befindlichen Musketiere dank des vollen Marschgepäcks und der heißen Sonne Flanderns zur Herausforderung was zu Verlusten an die örtliche Gastronomie führte.
Im Laufe des Nachmittags konnten diese dann aber doch wieder das Schloß erreichen. Der Rest des Tages gehörte dann wieder bis 16:00 Uhr dem Graben, Übungen, Museumsbesuch und dem Austausch mit Darstellern und und Publikum.

Fazit meinerseits: gelungene Veranstaltung, weil interessantes Museum, gute Darsteller, kostenlose Grundversorgung, detailverliebte Dioramen, authentisches Grabensystem.
Jede Gruppe kann sich hier nach ihren Möglichkeiten einbringen und ein Wochenende ohne Plastikhülle war es auch.

                                                                                                                  IR 28

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