Generalstab des IV. Armeekorps (Magdeburg)

Generalkommando Magdeburg (historisch)
Das Generalkommando in Magdeburg (historisch)
Generalkommando Magdeburg (heute)
Das Generalkommando in Magdeburg (heute)

Das IV. Armeekorps der preußischen Armee umfasste die preußische Provinz Sachsen (heute Bundesland Sachsen-Anhalt) und unterstand erst der 4. Armeeinspektion (München). Im Jahre 1914 wurde es der 6. Armeeinspektion (Stuttgart) zugegliedert.

Generalkommando: Magdeburg

Das 1889 bis 1893 errichtete Gebäude des Generalkommandos in der Hegelstraße (ehemalige Augustastraße) in Magdeburg war gleichzeitig Gästehaus des Kaisers und ist auch heute noch in fast ursprünglichem Zustand erhalten. Es beherbergt gegenwärtig die Staatskanzlei Sachsen-Anhalts. Der Bau ist architektonisch an italienische Palazzi der Renaissance angelehnt.

Struktur und Zusammensetzung eines Generalkommandos:

Das Generalkommando war die oberste Verwaltungsbehörde eines Armeekorps mit dem Kommandierenden General (im Range eines Generalleutnants oder eines Generals der Infanterie/Kavallerie/Artillerie) an der Spitze. Ein Generalkommando bestand aus dem Generalstab, der Adjudantur (Adjutantendienst) und der Intendantur (Verwaltung) sowie dem Gerichts-, Sanitäts- und Veterinärwesen und der Militärseelsorge.

Der Chef des Generalstabes (die "rechte Hand" des Kommandierenden Generals) war für den gesamten Geschäftsdienst des Generalkommandos verantwortlich. Ihm waren die Offiziere des Generalkommandos unmittelbar unterstellt. Sie hatten ihm über alle Dienstangelegenheiten Bericht zu erstatten bevor er selbst dem Kommandierenden General Vortrag hielt. Der Generalstab des Armeekorps - bestehend aus zwei dem Chef zugeteilten Generalstabsoffizieren (Ia und Ib) - wickelte alle dienstlichen Aufgaben ab. Dazu gehörten die Mobilmachungsvorarbeiten, die Anlage der Manöver und Truppenübungen sowie der Verkehr mit den untergeordneten Kommandobehörden (Divisionen und Brigaden).

Die Adjutantur eines Generalkommandos wurde von zwei aus dem Truppendiest kommandierten Offizieren gebildet, die weiterhin die Uniform ihrer Regimenter trugen und durch die Adjutantenschärpe in ihrer Dienststellung erkennbar waren. Diese Adjutanten unterstanden ebenfalls unmittelbar dem Generalstabschef des Korps.

Die Intendatur bestand aus mehreren Militär- und Zivilbeamten. Außerdem gehörten zu einem Generalkommando ein Sanitätsamt (ein Generalarzt und weitere zugeteilte Sanitätsoffiziere), ein Oberkriegsgericht (ein Oberkriegsgerichtsrat und weitere zugeteilte Militärjustizbeamte und Offiziere) sowie ein evangelischer und ein katholischer Militärpfarrer.

Die kommandierenden Generale des IV. Armeekorps (1866 - 1919)

  • 1866 - 1871 General der Infanterie Gustav von Alvensleben
  • 1871 - 1888 General der Infanterie Leonhard Graf von Blumenthal
  • 1888 - 1889 General der Infanterie Wilhelm von Grolmann
  • 1889 - 1898 General der Kavallerie Karl von Hänisch
  • 1898 - 1903 General der Infanterie Richard von Klitzing
  • 1903 - 1911 General der Infanterie Paul von Beneckendorff und von Hindenburg
  • 1911 - 1918 General der Infanterie Friedrich Bertram Sixt von Armin
  • 1918 - 1919 Generalleutnant Richard von Kraewel
General von Haenisch
General von Hindenburg
General Sixt von Armin

Die Chefs des Generalstabes des IV. Armeekorps

Die Stellung des Chef des Generalstabes eines Armeekorps wurde in der Regel von höheren Stabsoffizieren (Oberstleutnant, Oberst) besetzt, in einigen Fällen fanden jedoch auch Generalmajore dafür Verwendung.

  • 1899 - 1901 Oberstleutnant von Lochow
  • 1901 - 1905 Oberst von Francois
  • 1906 - 1908 Oberst Hahn
  • 1908 - 1911 Oberstleutnant von Helldorff
  • 1912 - 1913 Generalmajor von Falkenhayn
  • 1913 -          Generalmajor von Stocken

Die Gliederung des IV. Armeekorps (Stand 1914)

7. Division in Magdeburg

13. Infanterie-Brigade in Magdeburg

  • Infanterie-Regiment "Fürst Leopold von Anhalt-Dessau"
    (1. Magdeburgisches) Nr. 26 in Magdeburg
  • 3. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 66 in Magdeburg

14. Infanterie-Brigade in Halberstadt

  • Infanterie-Regiment "Prinz Louis Ferdinand von Preußen"
    (2. Magdeburgisches) Nr. 27 in Halberstadt
  • 5. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 165
    in Quedlinburg und Blankenburg

7. Kavallerie-Brigade in Magdeburg

  • Magdeburgisches Husaren-Regiment Nr. 10 in Stendal
  • Ulanen-Regiment "Hennigs von Treffenfeld"
    (Altmärkisches) Nr. 16 in Salzwedel und Gardelegen

7. Feldartillerie-Brigade in Magdeburg

  • Feldartillerie-Regiment "Prinzregent Luitpold von Bayern"
    (Magdeburgisches) Nr. 4 in Magdeburg
  • Altmärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 40 in Burg

8. Division in Halle an der Saale

15. Infanterie-Brigade in Halle an der Saale

  • Füsilier-Regiment "General-Feldmarschall Graf Blumenthal"
    (Magdeburgisches) Nr. 36 in Halle an der Saale und Bernburg
  • Anhaltisches Infanterie-Regiment Nr. 93 in Dessau und Zerbst

16. Infanterie-Brigade in Torgau

  • 4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72
    in Torgau, Eilenburg und Bernburg
  • 8. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 153
    in Altenburg und Merseburg

8. Kavallerie-Brigade in Halle an der Saale

  • Kürassier-Regiment "von Seydlitz" (Magdeburgisches) Nr. 7
    in Halberstadt und Quedlinburg
  • Thüringisches Husaren-Regiment Nr. 12 in Torgau

8. Feldartillerie-Brigade in Halle an der Saale

  • Torgauer Feldartillerie-Regiment Nr. 74 in Torgau und Wittenberg
  • Mansfelder Feldartillerie-Regiment Nr. 75 in Halle an der Saale

Landwehr-Inspektion Halle an der Saale

Korpstruppen

  • Magdeburgisches Jäger-Bataillon Nr. 4
  • Fußartillerie-Regiment „Encke“ (Magdeburgisches) Nr. 4
  • Magdeburgisches Pionier-Bataillon Nr. 4
  • Magdeburgisches Train-Bataillon Nr. 4

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