Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. kurhessisches) Nr. 14

Stiftungstag: 28. November 1813

Chef des Regiments:

  • 1803-1806 Kurfürst Wilhelm I.
  • 1806 Prinz zu Solms-Braunfels
  • 1806-1821 Kurfürst Wilhelm I.
  • 1831-1840 Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen
  • 1873-1879 GFM Alexander Graf Bariatinski
  • 1882-1890 Prinz Amadeus von Italien, Herzog von Aosta
  • 1890-1912 König Friedrich VIII. von Dänemark
  • 1912 König Christian X. von Dänemark

Regimentskommandeure:

  • 1706-1710 de Bamfy
  • 1744-1753 dAulnay
  • 1753-1759 v. Schlotheim
  • 1759-1762 v. Görtz
  • 1762-1763 v. Graeffendorff
  • 1773-1776 v. Dalwigk
  • 1776-1799 Schreiber
  • 1799-1806 Prinz zu Solms-Braunfels
  • 1806-1809 v. Schlotheim
  • 1812-1821 Scheffer
  • 1821-1832 v. Mansbach
  • 1832-1841 v. Cornberg
  • 1841-1842 Heusinger v. Waldegg
  • 1842-1843 v. Helmschwerdt
  • 1843-1845 Mauritius
  • 1845-1846 v. Ochs
  • 1846-1849 Mauritius
  • 1850 v. Ochs
  • 1850-1854 v. Bardeleben
  • 1854-1859 v. Schenck zu Schweinsberg
  • 1859-1866 v. Heathcote
  • 1866 Heusinger v. Waldegg
  • 1866-1871 v. Bermuth
  • 1871-1880 v. Meyerbrinck
  • 1880-1881 v. Monts
  • 1881-1887 v. Leipziger
  • 1887-1892 v. Lieres und Wilkau
  • 1892-1895 v. Werthern
  • 1895-1899 v. Krosigk
  • 1899-1901 v. Blumenthal
  • 1901-1903 v. Hagke
  • 1903-1906 Hahn
  • 1907-1912 v. Beroldingen
  • 1913 v. Raumer

Korpszugehörigkeit beim Friedensheer 1913:

XI. AK, 22. Division, 22. Kavalleriebrigade

  • Übersicht über die Uniformierung von den Anfängen bis zur feldgrauen Uniformierung M1909
  • Husarenpatrouille in Galizien

Uniformierung:

Übersicht über die Uniformierung von den Anfängen bis zur feldgrauen Uniformierung M1909

Attila dunkelblau mit weißem Schnurbesatz, Kolpak ponceaurot, Patten an der Litewka dunkelblau, Patten am Mantel rot, Paletotkragen dunkelblau hochgestellt rot, Säbeltasche der Offiziere rot mit silberner Litze, Säbeltasche der Mannschaften schwarz mit silbernem Monogram

Trompeter waren mit Füchsen beritten.

Namensgebung:

Das Regiment erhielt seinen Namen zum Andenken an den Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Homburg (geb. 30.03.1633, gest. 24.01.1708 in Homburg).
Friedrich II. wurde als 7. Kind des Landgrafen Friedrich I. geboren. Da seine Brüder in der Erbfolge vor ihm standen, wurde er schwedischer Offizier. 1659 beim Sturm in Kopenhagen schwer verwundet, musste sein rechter Unterschenkel amputiert werden. Eine Prothese mit silbernen Scharnieren trug ihm den Beinamen "Landgraf mit dem silbernen Bein" ein. 1675 als Reitergeneral im Dienste des Großen Kurfürsten, griff er bei Linum und Hakenberg (Schlacht bei Fehrbellin) ohne Befehl die Schweden an und fügte ihnen schwere Verluste zu. Der daraus resultierende Sieg war der Ausgangspunkt für den brandenburg-preußischen Aufstieg im 18. und 19. Jahrhundert. 1681 übernahm Friedrich die Regierungsgeschäfte in Homburg.

Regimentsgeschichte

1. Stammtruppen

Bereits 1706 wurde in Hessen-Kassel eine Husaren-Kompanie aufgestellt, die bis 1710 im spanischen Erbfolgekriege gegen die Franzosen kämpfte. Im holländischen Sold nahm sie an mehreren Gefechten an der holländisch-französischen Grenze, sowie an der siegreichen Schlacht von Oudenarde teil. Nach dem Friedensschluß wurde die Kompanie bis auf einen kleinen Stamm aufgelöst.

Im österreichischen Erbfolgekrieg stellte Kassel erneut ein Hilfskorps, das auf Seiten Karl VII. kämpfte. 1744 wurde die Husaren-Kompanie zum größten Teil aus ungarischen Söldnern wieder neu gebildet. 1745 starb Karl VII.. Sein Sohn schloß Frieden mit Österreich. Der Krieg dauerte jedoch zwischen Frankreich und Österreich fort. Österreich verbündete sich mit England gegen Frankreich und Spanien. Fortan kämpfte die Husaren-Kompanie, nunmehr aus Landeskindern ergänzt, im englischen Sold. Wiederum in den Niederlanden kämpften die Husaren tapfer gegen die Franzosen. 1746 wurde die Kompanie nach Schottland verschifft, wo sie an der Niederwerfung des schottischen Aufstandes beteiligt war. Nach der Rückkehr in die Niederlande dauerten die Kämpfe schließlich bis zum Friedensschluß 1748 an. Nach der Rückkehr in die Heimat wurde die Kompanie diesmal nicht aufgelöst. Vielmehr fanden die Husaren zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im eigenen Lande Verwendung.

1756 begann der "Siebenjährige Krieg" zwischen Preußen und Österreich. Auch in diesem Krieg zeigte sich die Zerrissenheit Deutschlands. Außer Hannover, Braunschweig, Bückeburg und Kurhessen, standen die deutschen Fürsten im Solde Frankreichs, das den erstarkenden Hohenzollernstaat zu vernichten suchte. Die Hessen kämpften, geführt von dem Fürsten von Isenburg, in Mitteldeutschland unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig, der die Verbündeten Preußens gegen die Franzosen befehligte.
Die hessischen Husaren zeichneten sich in diesem Kriege besonders im Gefecht von Sandershausen aus. Am 23. Juli 1758 durchquerten überlegene französische Truppen die Fulda. Die hessischen Husaren warfen die französische Kavallerie ins Wasser zurück und hielten den Übergang mehrere Stunden mit dem Karabiner. Schließlich mußten sie der Übermacht von 12 Eskadronen weichen und sich auf den linken hessischen Flügel zurückziehen. Mehrfach attackierten sie bei Bettenhausen und Sandershausen den vordringenden Feind. Im weiteren Verlauf wurde das Husaren-Korps auf 4 Eskadronen verstärkt. Nach dem Friedensschluß 1763 kehrte das Regiment nach Kassel zurück und wurde auf Friedensfuß gesetzt.

Der Rheinfeldzug

1789 begann die französische Revolution. Die Königsfamilie wurde gefangengenommen und später hingerichtet. In Paris wurde die Republik ausgerufen. Um die Königsfamilie zu retten, rückten 1792 Preußen und Österreich in Frankreich ein. Von den übrigen deutschen Reichsfürsten war nur der Landgraf von Hessen-Kassel zur Teilnahme bereit und stellte ein ansehnliches Hilfskorps. Während der Erstürmung von Frankfurt am Main wurde das hessische Husaren-Regiment von seinem Kommandeur Oberst Schreiber so geschickt geführt, daß ihm der König von Preußen den Orden Pour le Merite verlieh. 1793 kämpften die Husaren erfolgreich bei Weissenburg und Wörth. Am 13. 10. 1793 entspann sich der Hauptinfanteriekampf um die Lauter-Übergänge vor den Weissenburger Linien. Das Husaren-Regiment durchquerte die Lauter an einer erkundeten Furt und erschien unverhofft als erstes Regiment auf den Verschanzungen. Vom Feinde überrascht, ergriffen die Franzosen die Flucht und ließen ihre Geschütze zurück.Die Franzosen hatten jedoch hinter den Linien starke Reserven bei Scheital zusammengezogen. Ihr Gegenangriff wurde aber durch eine bravouröse Attacke des Husaren-Regiments vereitelt. Die Franzosen verloren 300 Mann, 100 Mann wurden gefangengenommen, 1 Fahne und 5 Pferde erbeutet. Ungünstige Witterung, Krankheiten und Mangel an Nahrungsmitteln erzwangen schließlich den Rückzug zum Rhein. 1795 wurde ein ungünstiger Friede geschlossen. Nach seiner Rückkehr wurde das Regiment auf Friedensstärke verringert und erhielt Grebenstein als Standort. Dort wohnten die Husaren in Bürgerquartieren zur Miete. 1803 wurde die Landgrafschaft Hessen-Kassel zum Kurfürstentum erhoben. Das Regiment erhielt den Namen "Kurfürstlich-hessisches Husaren-Regiment".

Die Zeit der französischen Besatzung

Nach der Niederwerfung Österreichs durch Napoleon I. in der Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805, folgte 1806 die Niederlage Preußens, das nur durch Sachsen und Weimar unterstützt wurde. Am 14. 10. 1806 wurde das preußisch-sächsische Heer bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen und verlor mit etwa 27.000 Mann mehr als die Hälfte seiner Truppen. Das Kurfürstentum Hessen hatte sich keiner Partei angeschlossen. Nach der Besetzung durch napoleonische Truppen, wurden alle hessischen Truppen entwaffnet und entlassen. Der Kurfürst mußte nach Böhmen flüchten und das Kurfürstentum gehörte fortan zum Königreich Westfalen. Eine Eskadron der kurhessischen Husaren wurde allerdings 1809 durch den Kurfürsten mit einer "Proklamation an die braven Hessen" nach Böhmen einberufen und kämpfte auf österreichischer Seite bei Dresden und Bayreuth. Nach dem Friedensschluß am Ende des Jahres wurde die Eskadron wieder entlassen. Damit endet die Geschichte der Stammtruppen.

  • Husaren beim Fußgefecht
  • Husar im Paradeanzug
  • König Christian X. von Dänemark - letzter Regimentschef

2. Das Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessisches) Nr. 14

Die Befreiungskriege

Nach Napoleons Niederlage in Rußland war die "Grande Armee" stark geschwächt. Preußen bereitete die Erhebung gegen die französische Besatzungsmacht vor. Der König begab sich am 23. Januar 1813 nach Breslau, um sich französischem Zugriff zu entziehen. Am 3. Februar 1813 erließ Hardenberg im Namen des Königs den Aufruf zur Bildung freiwilliger Jägerkorps. Schließlich erklärte Preußen am 16. März 1813 den Krieg. Der Frühjahrsfeldzug verlief allerdings so ungünstig, daß der Rückzug nach Schlesien unvermeidbar war. Durch den Waffenstillstand von Poischwitz wurden die Kampfhandlungen beendet und die kurze Zeit des Friedens für die Reorganisation der Truppen genutzt. Am 12. August 1813 erklärten schließlich Österreich, England und Schweden Frankreich den Krieg. Am 16. 18. und 19. Oktober 1813 kam es zur Völkerschlacht bei Leipzig. Trotz hoher eigener Verluste fügten die Alliierten dem französischen Heer eine vernichtende Niederlage zu, die die "Grande Armee" zum Rückzug an den Rhein zwang. Der Rheinbund löste sich auf und die vertriebenen deutschen Fürsten kehrten in ihre Länder zurück. Auch der Kurfürst Wilhelm von Hessen hielt Anfang September Einzug in Kassel. Sofort ordnete er die Einberufung aller im Jahre 1806 entlassener Regimenter an. Am 23. November 1813 erging die Order: " Das Husaren-Regiment versammelt sich ebenfalls in Grebenstein und den umliegenden Orten."

Der 23. November 1813 gilt seitdem als Stiftungstag des Regiments. Unter dem Befehl des Oberstleutnants Scheffer wurden zunächst 4 Eskadronen aufgestellt. Die 5. Eskadron wurde später errichtet. Nach der Mobilmachung wurden die hessischen Truppen dem Korps Kleist zugeteilt, das zur Armee des Feldmarschalls Blücher gehörte. Das hessische Kontingent musste seine Truppenteile einzeln nachführen. Sie waren dazu bestimmt preußische Truppen vor den eingeschlossenen französischen Festungen an der Mosel abzulösen. Wegen des allgemeinen Mangels an Kavallerie wurde das Husaren-Regiment meist geteilt eingesetzt. Nach erfolgreichem Feldzug, der mit der Abdankung und Verbannung Napoleons nach Elba mit dem ersten "Pariser Frieden" endete, kehrte das Regiment in die Heimat zurück und erhielt Quartiere in Gudensberg und Homburg zugewiesen.

Die Rückkehr Napoleons aus der Verbannung im März 1815, erforderte die erneute Mobilmachung der kurhessischen Truppen. Auch in diesem Feldzug wurde das Regiment meist geteilt eingesetzt. Die 4. Eskadron zeichnete sich bei der Einnahme von Charleville besonders aus. Der Kommandeur Oberstleutnant Scheffer wurde dafür mit dem Pour le Merite ausgezeichnet.

Friedenszeit bis 1849

In der folgenden langen Friedenszeit wechselte das Regiment mehrfach den Namen. 1821 erhielt es den Namen 1. Husaren-Regiment. Durch Vereinigung mit dem 2.Husaren-Regiment wurde 1832 das "Kurhessische Leibdragoner-Regiment" formiert. Dies war der einzige hessische Truppenteil der jemals braune Uniformen trug. 1845 erfolgte die erneute Umwandlung in ein Husaren-Regiment, das den Namen 2. Husaren-Regiment Herzog von Sachsen-Meiningen erhielt. Während der Unruhen im Jahre 1848 wurde das Regiment zunächst im eigenen Lande eingesetzt. Ohne Blutvergießen gelang es, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Anders in Baden, wo 3 Eskadronen des Regiments an der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes teilnahmen.

1849 wurde eine Eskadron mobil gemacht und im Feldzug gegen Dänemark eingesetzt. Ihre Tätigkeit beschränkte sich jedoch nur auf kleinere Kommandounternehmen und Erkundung. Am zweiten Krieg gegen Dänemark 1864 nahmen kurhessische Truppen nicht teil.

Der deutsche Krieg 1866

Kurhessen kämpfte zusammen mit Bayern, Baden, Sachsen, Württemberg, Hessen-Darmstadt, Hannover und Nassau auf Seiten Österreichs. Während der größte Teil der Truppen zur Besetzung der Festung Mainz eingesetzt wurde und dort bis zum Kriegsende nicht an Kampfhandlungen teilnahm, waren 2 Eskadronen des 2. hessischen Husaren-Regiments dem VIII. Bundeskorps zugeteilt. Die beiden Feldeskadronen trugen für die Dauer des Krieges den Namen "Kurfürstlich-hessische Husaren-Division". Ihr Kommandeur war Major Heusinger von Waldegg.

Nachdem die preußische Mainarmee bei Langensalza zwar gegen die Hannoveraner eine Schlacht verloren hatte, diese aber wenige Tage später dennoch kapitulierten, rückte die Mainarmee Richtung Frankfurt am Main vor. Der Kommandeur des VIII. Bundeskorps gab Frankfurt auf und strebte die Vereinigung mit den Bayern auf dem linken Mainufer an. Zur Deckung der Flanke und Erkundung des wichtigen Mainübergangs in Aschaffenburg wurden die kurhessischen Husaren eingesetzt. Die preußische Division Goeben griff am 14. Juli 1866 Aschaffenburg an, nachdem sie die ebenfalls zum VIII. Bundeskorps gehörenden Hessen-Darmstädter bei Laufach geschlagen hatte. Östlich Aschaffenburgs kam es zur Schlacht. Die 4. Felddivision wurde geworfen und musste den Rückzug über den Main antreten. Die kurhessischen Husaren mußten die Nachhut übernehmen. Durch Attacken und Fußgefechte versuchten sie die nachdrängenden Preußen aufzuhalten. Nachdem die Reste der geschlagenen 4. Felddivision die Mainbrücke überschritten hatte, traten auch sie den Rückzug an. Zu diesem Zeitpunkt hatten die preußischen Infanterie-Regimenter 13 und 55 bereits den Mainübergang erreicht. In dieser schwierigen Situation gelang Major Heusinger von Waldegg ein echtes "Husarenstück". Im Vertrauen auf die Ähnlichkeit der Uniform mit der des preußischen Husaren-Regiments Nr. 8, das ebenfalls zur Division Goeben gehörte, führte er seine Husaren an die Brücke heran, salutierte vor dem preußischen General Kummer und ließ die Husaren an sich vorbeimarschieren. Als letzter hessischer Husar ritt er dann über die Brücke. Erst jetzt bemerkten die Preußen ihren Irrtum und feuerten auf die davonsprengenden Husaren.

Nach dem Waffenstillstand rückten die Husaren am 11. September 1866 wieder in Kassel ein. Am 17. September verabschiedete sich Kurfürst Friedrich-Wilhelm von seinen Truppen und entband sie vom Fahneneid. Kurhessen gehörte fortan zur preußischen Provinz Nassau.

Aus der kurhessischen Kavallerie wurden 2 Husarenregimenter formiert. Das 2. Hessische Husaren-Regiment wurde als Husaren-Regiment Nr. 14 in die preußische Armee übernommen.

Am 14. Oktober wurde das Regiment auf den König von Preußen vereidigt. 1867 wurde ihm die Standarte verliehen und es erhielt den Namen 2. Hessisches Husaren-Regiment Nr. 14, den es bis 1889 beibehielt.

Der deutsch-französische Krieg 1870/71

In Stärke von 4 Eskadronen wurde das Regiment per Bahn nach Landau in der Pfalz transportiert und als Divisionskavallerie der der 21. Division zugeteilt. Die 21. und 22. Division bildeten das XI. AK, das zur III. Armee unter dem Kronprinzen Friedrich gehörte.

Am 4. August 1870 eröffnete der Kronprinz die Schlacht bei Weissenburg. Das Regiment deckte nicht ohne Verluste die linke Flanke und zerstörte feindliche Telegraphenleitungen mitten in heftigem Feuer. Am 6. August kam es zur blutigen Schlacht bei Wörth. 2 Eskadronen waren in der Vorhut eingesetzt, während der Rest des Regiments dem Gros der 21. Division folgte.

Auf den Höhen von Gunstedt wurde das Regiment wieder vereint und hielt mehrere Stunden hinter der Artillerie des XI. AK. Erst nachdem die Infanterie den Sieg erzwungen hatte, wurde das Regiment zur energischen Verfolgung des Feindes eingesetzt. Auf der Straße von Reichhofen nach Gundershofen wurde durch eine Offizier-Patrouille eine starke feindliche Kolonne gemeldet. Der Regimentskommandeur Oberst von Bermuth befahl den Angriff. Die 4. Eskadron des Dragoner-Regiments 14 und eine württembergische Batterie schlossen sich an. Die Attacke gelang, obwohl Gundershofen von starker feindlicher Infanterie und Artillerie besetzt war. Erbeutet wurden: 9 Offiziere, 4 Ärzte, 186 Mann, 1 Geschütz, 2 Feldschmieden, 4 Munitionswagen, 16 Fahrzeuge und 256 Pferde. Seitdem bestand ein Beutegeldfond, von dessen Zinsen bedürftige Veteranen des Regiments unterstützt wurden. Unter den erbeuteten Pferden befand sich auch das Leibpferd des Generals Mac Mahon. Der prächtige Araberhengst wurde mit der Widmung, "Die 14. Husaren ihrem kommandierendem General", an Generalleutnant von Gersdorff übergeben.

Nach diesem geglückten Angriff auf die rückwärtigen Verbindungen, traten die Franzosen eine ungeordnete Flucht an. Durch die Vogesen rückte das Regiment über die Mosel bis an die Marne vor. Während des Vormarsches fanden häufig kleinere Gefechte mit versprengten französischen Detachements statt. Beim Kampf um Sedan war das Regiment zunächst als Vorhutkavallerie, dann zur Artilleriebedeckung eingesetzt. Am 2. September 1870 kapitulierte Sedan, Napoleon ging in Gefangenschaft und wurde nach Kassel-Wilhelmshöhe. Frankreich wurde zur Republik erklärt und die neue französische Regierung forderte Kampf bis zum "Äußersten". Das Regiment wurde bei der Belagerung von Paris eingesetzt und zog als erstes Regiment am 1. März 1871 in die französiche Hauptstadt ein. Bis Anfang September blieb es als Besatzungstruppe in Paris. Am 13. September 1871 marschierte das 2. Hessische Husaren-Regiment Nr. 14 unter höchstem Geleit des Kronprinzen wieder in Kassel ein.

Die Friedenszeit 1871 bis 1914

Die 1., 2. 4. und 5. Eskadron zog wieder in ihre alten Kasernen in Kassel und Wilhelmshöhe ein. Lediglich die 3. Eskadron wurde in Grebenstein und Rotenburg/Fulda einquartiert. Das Regiment nahm mehrfach an den Kaisermanövern teil.

Die Erfahrungen des Krieges machten eine Neubewaffnung erforderlich, da die Zündnadel-Karabiner nicht mehr zeitgemäß waren. Am 6. März 1873 verfügte Kaiser Wilhelm I. durch AKO die Einführung des Karabiners 71 für die Kavallerie. Es sollte jedoch 5 Jahre dauern, bis 1878 die ersten Waffen an die Truppe ausgegeben wurden. In der Zwischenzeit mussten für die Metallpatrone 71 aptierte Chassepotgewehre die Lücke schließen.

Kaiser Wilhelm I. hatte persönliche Bedenken gegen die Einführung des Karabiners, fürchtete er doch um die Kampfmoral seiner Kavallerie. Deshalb ließ er der Einführungsorder eine bemerkenswerte Mahnung folgen: "Ich spreche die bestimmte Erwartung aus, es werde die Kavallerie sich, auch nach Verleihung der vervollkommneten Schußwaffe, ihren ruhmreichen Überlieferungen getreu, den stets bewährten altpreußischen Reitergeist zu erhalten wissen. Es soll der Kavallerist fortgesetzt seinen ersten und eigentlichen Beruf darin suchen, sich zu Pferd mit der blanken Waffe auf den Feind zu werfen, sobald ihm derselbe im freien Felde erreichbar ist. Die Schußwaffe soll auch fernerhin zu Pferde in geschlossenem Trupp nie zur Anwendung kommen. Dieselbe bleibt vielmehr ausschließlich für den Gebrauch durch einzelne Reiter, Vedetten, Patrouillen und Flankeurs, sowie für die seltenen Fälle, in denen das Gefecht zu Fuß unvermeidlich wird, bestimmt."

Am 27. Januar 1889 erhielt das Regiment den Namen "Husaren-Regiment Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (2. Kurhessische) Nr. 14", den es bis zu seiner Auflösung beibehielt. Im gleichen Jahr wurde die Lanze eingeführt und jede Eskadron erhielt zu Ausbildungszwecken ein Exemplar des neuen Karabiners 88.

Am Chinafeldzug 1900 nahmen 2 Unteroffiziere, 4 Gefreite und 16 Husaren teil. In der Folgezeit meldeten sich Offiziere und Mannschaften freiwillig zur Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika und nahmen an der Niederschlagung des Hereroaufstandes im Jahre 1904 teil. Zahlreiche Freiwillige blieben bei der Schutztruppe, wo sie am 9. Juli 1915 bei Otavi vor überlegenen britischen Truppen die Waffen strecken mussten. Da sich der Karabiner 88 als untauglich erwies, begann im Oktober 1907 die Umrüstung auf den Karabiner 98 AZ (Karabiner 98 a), der nach ausgiebigen Truppenversuchen die Standardwaffe der Kavallerie wurde.

Der Weltkrieg 1914-18

Am 3. August 1914 wurde das Regiment im Verband der 3. Kavalleriedivision an die luxemburgische Grenze verlegt und marschierte durch Luxemburg nach Frankreich hinein. Seine Feuertaufe erhielt das Regiment am 07. 08. 1914. In den folgenden Tagen wurde es zur strategischen Aufklärung gegen Longwy angesetzt und nahm vom 22. bis 25. August 1914 an der Schlacht um Longwy teil. Es folgten harte Kriegsjahre im Fronteinsatz, bei dem das Regiment teilweise auch infanteristisch im Stellungskriege eingesetzt wurde. Im Osten wurde das Regiment in Polen, Litauen, Kurland, Galizien und nach der russischen Kapitulation auch zur Sicherung in der Ukraine eingesetzt.

Am 14. November 1918 traf die Nachricht von der deutschen Revolution ein. Die Ukraine wurde geräumt und das Regiment deckte den Abtransport der deutschen Truppen. Im Januar 1919 wurde ein Freiwilligenregiment gebildet, bei dem alle Offiziere, der größte Teil der Unteroffiziere und jeweils 60 Mann pro Eskadron verblieben. Die restlichen Mannschaften fuhren in die Heimat voraus. Das Freiwilligenregiment versah Bahnschutz und wechselte am 19. Februar 1919 die letzten Schüsse des Krieges mit vordringenden polnischen Truppen bei Krypno.

Am 24. Februar 1919 erreichten die letzten Teile des Regiments Kassel, wo ihnen ein herzlicher Empfang zuteil wurde. Ein Teil der Offiziere und Mannschaften trat zum neu gebildeten Husaren-Regiment Hessen-Homburg über. Vom alten Regiment blieb nur ein aus wenigen Männern bestehendes Pferdekommando übrig. Mit dem 1. Mai 1919 galt das Husaren-Regiment Nr. 14 als aufgelöst. Traditionseskadron wurde die 6. Eskadron des Reiter-Regiments 16 in Erfurt.

Literaturhinweise:

  • Egan-Krieger, Die deutsche Kavallerie in Krieg und Frieden
  • Schulz, Die preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/14
  • N.N., Hundert Jahre Hessen-Homburg-Husaren
  • Metzler, F. Geschichte des Husaren-Regiments König Humbert
    von Italien (1. Kurhessisches) Nr. 13
  • Chronik der Stadt Grebenstein
  • Dr. Ewers, E., Brandenburg preußische Geschichte (1892)
  • Krickel-Lange, Das deutsche Reichsheer in seiner neuesten
    Bekleidung und Ausrüstung
  • Pietsch, Uniformkunde- Das deutsche Heer, Friedensuniformen
    bei Ausbruch des Weltkrieges

Gotthard Römer, Gemünden im August 2006

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